Das einfache Hüttenleben, hohe Gipfel, weite Blicke und neue Bekanntschaften. Auf meiner ersten mehrtägigen Hochtour standen einige Highlights an. Zunächst ging es vom Bergsteigerdorf Vent im hintersten Ötztal durch das Niedertal auf die Martin-Busch-Hütte. Hier war ich vor 2 Jahren schon bei meiner Alpenüberquerung.
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| Aufstieg über die Forststraße zur Martin-Busch-Hütte |
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| Abendstimmung auf der Terrasse |
Bei solchen Touren fängt der frühe Vogel den Wurm, denn der erste Gipfel stand an. 7 Uhr war Start in Richtung Similaun, mit 3.606 m immerhin der achthöchste Berg in Österreich. Auch hier stand ich schon einmal oben, es war also eine gute Gewöhnung an die bevorstehenden Etappen. Übernachtet wurde bei sehr imposanten Panorama auf der Similaunhütte mit Blick auf den Ortler, mit 3.905 m der höchste Punkt in Südtirol.
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| auf dem Marzellkamm zeigte sich der Similaun in Reichweite |
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| über den Niederjochferner ging es stetig nach oben |
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| Similaun (3.606 m) |
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| Similaunhütte (3.019 m) |
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| lieber drin als draußen, auf 3.000 m wird es abends auch im August kalt |
Die nächste Etappe führte uns über die Ötzi-Fundstelle auf das Tisenjoch. Hier wurde der Mann aus dem Eis im September 1991 nach gut 5.000 Jahren zufällig entdeckt. Ein Steinmannerl erinnert heute an diesen Sensationsfund. Über das Hauslabjoch zogen wir in Richtung Finailspitze. Hier musste im Gipfelgrat etwas im Schwierigkeitsgrad II geklettert werden. Eng und steil ist es zudem auf dem Gipfel. Der Ausblick war beeindruckend, bspw. zeigte sich die Weißkugel bei bestem Wetter. Der Abstieg erfolgte über den Hochjochferner zum Hochjoch-Hospiz.
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| auf dem Weg zu Ötzi mussten einige seilversicherte Passagen überwunden werden |
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| Finailspitze (3.514 m) |
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| hier oben war auf dem schmalen Grat Schwindelfreiheit gefragt |
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| Abstieg über den Hochjochferner |
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| Tagesziel erreicht, das Hochjoch-Hospiz (2.413 m) |
Nach nächtlichen Gewittern ging es sehr früh weiter auf den Kesselwandferner und auf das Brandenburger Haus. Es ist die höchste Schutzhütte des DAV. Von 3.277 m hatte man eine fantastische Aussicht auf die größte zusammenhängende Gletscherfläche Österreichs und die umliegenden 3.000er. Aber hier zeigen die alten Bilder, wie auch in den anderen Hütten, wie massiv die Eismassen zurückweichen. Wir stapften weiter am Seil auf den Fluchtkogel, der eher buckelig über dem Kesselwandferner thront. Von hier zeigte sich die Wildspitze schon ganz nah. Über das Obere Guslarjoch und dem gleichnamigen Ferner stiegen wir zur Vernagthütte ab, auf der wir 2 Nächte blieben.
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| die Weißkugel (3.738 m) mittig/rechts, dritthöchster Berg Österreichs |
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| auf dem Brandenburger Haus (3.277 m) |
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| Fluchtkogel (3.500 m) |
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| Abstieg zur Vernagthütte über den Guslarferner |
Wo wir wieder beim frühen Vogel wären, denn Frühstück war um 5 und heute stand der Höhepunkt der Tour an. Über die Seitenmoräne des stark zurückweichenden Vernagtferners ging es erst über Geröllhalden und bei etwa 3.000 m auf den Gletscher. Im Bruchkogeljoch auf ca. 3.300 m musste eine erste Schlüsselstelle überwunden wird. Hier war es steil und zusätzlich bestand Gefahr durch Steinschlag. Oben angekommen eröffnete sich auf dem Taschachferner ein Blick auf die Pitztaler Alpen und die Wildspitze zeigte sich nach und nach. In einem spaltendurchsetzten Steilstück war absolute Konzentration erforderlich, sonst gibt für einen selbst in 5.000 Jahren ein Denkmal. Der abschließende Gipfelgrat ab ca. 3.650 m gestaltete sich dann eher unschwierig, nur an einer an einer Stelle musste wieder entsprechende Schwindelfreiheit und Trittsicherheit bewiesen werden. Belohnt wurde man bei dieser Tour mit dem Gipfelkreuz des höchsten Berges Tirols (wenn man den Großglockner zu Kärnten rechnet). Leider zog es sich langsam zu und die Weitblicke waren nicht ganz so imposant.
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| auf dem Taschachferner, die Sonne zeigte sich zwischenzeitlich über der Wildspitze |
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Wildspitze (3.768 m)
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| Rückblick auf die Gipfel der vergangenen 3 Tage |
Am letzten Tag stand noch eine Genusswanderung von der Vernagthütte auf einem Panoromaweg auf etwa 2.700 m zur Breslauer Hütte (2.844 m) an. Immer wieder eröffneten sich andere Perspektiven auf die zurückliegende Tour. Nach einer Pause dort marschierten wir zur Mittelstation der Seilbahn, bevor wir nach Vent hinunter schwebten.
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| Panoramaweg zwischen der Vernagthütte und Breslauer Hütte |
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| letzte Rast auf der Breslauer Hütte |
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| die letzten Meter hinunter nach Vent ging es per Seilbahn |
Tiefste Punkte: Vent (1.895 m), Martin-Busch-Hütte (2.501 m), Similaunhütte (3.019 m), Hochjoch-Hospiz (2.413 m), Vernagthütte (2.755 m)
Höchste Punkte: Similaun (3.606 m), Finailspitze (3.514 m), Fluchtkogel (3.500 m), Wildspitze (3.768 m)
Höhenmeter: ca. 5.150 m
gelaufene Strecke: ca. 58,5 km in 31 Stunden
Fazit: Höhentour par excellence. Natürlich kann man die Tour mit entsprechender Erfahrung, Wissen und Können auch ohne Bergführer machen. Durch die Bergschule, bei der ich die Tour gebucht habe, ist aber alles inklusive (bis auf die Getränke auf der Hütte). Eine alpine Grundausbildung ist auch von Vorteil und es sollte sich jeder bewusst sein, was 1.000 Höhenmeter und mehrere Tage hintereinander in dieser Höhenlage bedeuten.
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